Angela Becker

Welche Farbe hat Gesundheit?

Farbenfroh und bunt ist die Welt. Rot steht für die Liebe, schmutziges Gelb für Neid. Blau für die Ruhe und es hilft bei Schlafstörungen. Farben haben Symbolwirkung. Ein rotfarbenes Kreuz wird automatisch mit der Hilfsorganisation Deutsches Rotes Kreuz verbunden. Wie stets mit der Gesundheit? Welche Farben stehen für die Gesundheitsdienstleister? Angela Becker, freiberufliche Art Directorin, weiß um die Wirkung von Farben.

Angela Becker

Angela Becker

MedPR: Es gibt das Rote Kreuz, ein grünes von der Online Apotheke DocMorris adaptiert, die Krankenkassen zeigen sich von gelb bis blau. Gibt es eine Farbe, die Gesundheit widerspiegelt?

Angela Becker: In jedem Kulturkreis sind Farben ja mit bestimmten Eigenschaften belegt. Bei uns in Deutschland steht Rot beispielsweise für Aktivität und Energie, Blau dagegen verkörpert Vernunft und Treue. Diese Codes sind etabliert und haben sich im Denken und Empfinden der Menschen eingeprägt. Wenn Sie sich im Gesundheitssektor umsehen wird Ihnen auffallen, dass die Farbe Weiß massiv zu finden ist. Denn Weiß steht für Reinheit und Sauberkeit – ein Attribut, dass wir uns natürlich gerade in der Medizin wünschen.
Ich würde allerdings nicht sagen, dass es ‘die eine’ Farbe für Gesundheit gibt, es hängt immer auch damit zusammen, was Sie im Logo über Ihr Unternehmen aussagen wollen. Alternative Heilmethoden haben ja beispielsweise den Charakter, besonders natürlich zu sein – deshalb empfiehlt sich hier die Farbe Grün, oder eine warme Farbe, die einen Wohlfühleffekt hervorruft. Bei einer hoch technisierten Zahnarztpraxis hingegen würde man wohl eher auf die klassische Technikfarbe Blau oder ein kühles, cleanes Silbergrau zurückgreifen.  Um sich besonders abzuheben, kann man sich natürlich gegen den etablierten Code entscheiden, aber das verlangt Mut und eine gekonnte Umsetzung.

MedPR: Warum ist es sinnvoll, sich als Mediziner oder Gesundheitsberufler öffentlich darzustellen?

Angela Becker: Jedes Unternehmen möchte gern gefunden werden – das gilt für Mediziner genauso, wie für Juweliere oder Autohändler. Auch Mediziner und Gesundheitsdienstleister benötigen Patienten, die in ihre Praxis kommen. Doch woher kenne ich den Arzt in meiner Nachbarschaft? Wenn ich auf der Suche nach einem Orthopäden bin, sehe ich zuerst im Internet nach. Oder ich lasse mir Empfehlungen von Freunden und Bekannten geben.
Eine Website, auf der ich in kurzer Zeit Informationen über die Praxis und den Inhaber erhalte, kann mir bei der Auswahl helfen. Wenn dieser Orthopäde zum Beispiel eine bestimmte Philosophie vertritt oder seine Angebot erweitert, ist das für mich als Patient natürlich interessant zu wissen.
Im besten Fall stärkt diese Website auch die Bindung, die ich zu der Praxis habe. Eine gute, öffentliche Darstellung kann Sympathie erzeugen, und mir die Inhalte und Themen der Praxis näherbringen. Außerdem liefert sie mir Informationen über eine Anfahrtsbeschreibung, eine Vita des Arztes, ein Foto – all das hilft mir als Patient, den Arzt zu finden, den ich suche. Und dem Arzt gibt sie die Möglichkeit, sich darzustellen.
Auch in der Medizin ist der Wettbewerb angekommen. Der Anteil werbender Unternehmen steigt, denn der Patient kann wählen, von wem er sich behandeln lässt. Gerade in Ballungszentren ist die Auswahl groß. Viele Ärzte und Gesundheitsdienstleister haben begriffen und gehen mit der Zeit, indem sie sich um ganzheitliche Ansätze bemühen, ihre Praxen auf einem hohen technischen Level halten und sich permanent weiterbilden. Diese Ärzte haben das Recht, auf ihre Kenntnisse und Fähigkeiten hinzuweisen – und ich als Patient sollte doch die Möglichkeit haben, zu sehen, wer besonders hervorsticht.

MedPR: Worauf sollte ein Arzt oder Gesundheitsberufler achten, wenn er sich eine Identität (CI) zulegt?

Angela Becker: Die CI (Übergreifende Identität) sollte in erster Linie dem Arzt (oder Gesundheitsdienstleister) entsprechen. Man sollte also zuerst bedenken, was man mit seiner CI aussagen will und dementsprechend die Elemente, Formen und Farben des optischen Auftritts definieren. Ist es ein dynamisches, junges Unternehmen, das sich modernen Ansätzen verschrieben hat, oder ist es der erfahrene, traditionelle Mediziner, der sich ein stabiles Wissen angeeignet hat? All das kann man auf den ersten Blick mit seinem Logo und seiner Geschäftsausstattung transportieren.
Eine CI symbolisiert auf unterschiedlichen Medien das Unternehmen, gibt ihm ein Gesicht. Das beginnt bei der einheitlichen Grundausstattung nach außen (wie Visitenkarten, Briefbögen, Imagebroschüren oder Websites) –  und geht bis zur Einrichtung der Praxis, dem Erscheinungsbild der Angestellten und der allgemein geltenden Philosophie innerhalb der Praxis. Eine gute CI wird vom gesamten Unternehmen transportiert, deshalb ist es auch wichtig, sie zuerst dem Personal zu vermitteln.

Zur Person:
Angela Becker, geb. am 15. Februar 1974, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie ist gelernte Mediengestalterin und mittlerweile seit über zwölf Jahren in der Werbung tätig. Nach ersten Stationen in Werbeagenturen wechselte sie zur Techniker Krankenkasse, wo sie als Art Director Werbemaßnahmen des Unternehmens mitkonzipierte und gestaltete. 2008 machte sie sich als freiberufliche Art Direktorin selbstständig und entwickelte unter anderem das Design für Kuchenbecker Kommunikation.
www.angelabecker.de

Eine Antwort zu “Angela Becker”

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  1. Welche Farbe hat Gesundheit? « MedPR = Medizin + Public Relations - 4. November 2008

    [...] Im Gespräch [...]

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