Schlagwort-Archiv: Karsten Strauß

„Oops!?“: Substanzkonsum mit einem Zwinkern

22 Okt

"Oops!?" von Karsten StraußBuchbesprechnung

Was man über Whisky, Pillen, Koks & Co noch wissen sollte, erfahren Leser des Buches „Oops“ von Suchtmediziner Karsten Strauß auf eine humorvolle, verantwortungsvolle Art und Weise.

232 Seiten Informationen über Schad-Stoffe, Begrifflichkeiten samt Definitionen über Basics und „Sucht für Fortgeschrittene“, die Handeln wollen und sollten. Immer mit einem Zwinkern und dennoch ernsthaft, beschreibt der Autor warum  es wenig sinnvoll scheint, die Welt vom Alkohol und Zigaretten befreien zu wollen, sondern es wirkungsvoller ist, den Menschen sinnvolle und praktisch verwertbare Informationen an die Hand zu geben.

Was denn das Besondere an diesem Buch sei?  Karsten Strauß: „Der Arbeits-Unterttitel war: „sehen – verstehen – handeln“. Das habe ich versucht umzusetzen. Und zwar auch auf den Ebenen, die gerne ausgespart werden: Unternehmen und Politik. Von dort hört man Ratschläge, Anweisungen und Direktiven, was die Anderen alles besser machen können, sollten oder müssen. Nur sich selbst  klammert man gerne aus. Dabei geht es mir nicht um übliche therapeutische Ratschläge, sondern um Basics und Zusammenhänge. Dazu gehören beispielsweise die Zusammenhänge mit Kommunikationsstrukturen im und zwischen Menschen, aber auch Begriffe wie Ökonomie und Ambivalenz und – nicht zu vergessen – es geht immer um sehr viel Geld. Im Focus habe ich dabei aber immer den Alltag der Menschen, die Auswirkungen auf Beruf und Familie; anhand konkreter Beispiele, egal ob Regierung, Militär, Mittelständler oder du und ich.“

„Oops!?“ Was man über Whisky, Pillen Koks & Co noch wissen sollte von Karsten Strauß ist 2007 bei Books on Demand erschienen und kann über den Buchhandel für 15,90 Euro bezogen werden. ISBN 9783833491542

40 Millionen Euro Schaden durch Drogenkonsum für Unternehmen

24 Sep

Institut für Suchtmedizin stellt (fiktives) Rechenexempel auf

40 Millionen Euro Schaden durch Drogenkonsum.„Was kostet den Einzelnen und die Gesellschaft der Konsum psychotroper Substanzen?“ fragt Karsten Strauß, Suchtexperte und Leiter des Instituts für Suchtmedizin Strauß & Partner. Seinen Berechnungen zufolge entsteht für ein mittelständisches Unternehmen ein Schaden von exakt 40 670 838,52 Euro.

„Man kann überlegen, ob man die Rechung ernst nimmt“, sagt der Arzt, „doch sollte man sich die Zahlen und Größenordnungen vielleicht genauer ansehen. Aus der Luft gegriffen sind sie nämlich nicht, sondern berücksichtigen Fakten aus unserer langjährigen Praxis.“

In seiner (fiktiven) Aufstellung bezieht Karsten Strauß Faktoren wie „kleinere Fehler, handwerkliche Ungeschicktheiten“, den Zeitverlust aufgrund von Missverständnissen durch Aufmerksamkeitsstörungen, aber auch die Entscheidungsverzögerung oder die „strategische Fehlentscheidung“ und den Imageverlust mit ein. „Und dies ist nur ein fiktives Rechenexempel“, sagt der Mediziner weiter, „es ist ohne weiteres möglich, dass der aufsummierte Schaden noch deutlich höher liegen kann. Wenn man Glück hat, aber auch wesentlich darunter. Es ist nur die Frage, ob man sich auf sein Glück verlassen will.“

Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch den Genuss von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen verursacht wird, wird in der sehr Bundesrepublik unterschiedlich gesehen; je nach Art der Berechnung und der berücksichtigten Faktoren. So wird er auf  bis zu 300 Milliarden Euro beziffert; allein der Schaden durch Alkoholkonsum wird zwischen 20 Milliarden und 115 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Weitere Informationen im Internet unter www.suchtmedizin.de/aktuelles.html

Doping am Arbeitsplatz

19 Aug

Suchtexperte Karsten Strauß:

„Illegale Drogen spielen im Geschäftsleben eine Rolle“

Auch illegale Drogen spielen beim Konsum im Geschäftsleben eine Rolle. Da ist sich der Suchtexperte Karsten Strauß sicher. „Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht“, so Strauß (59), „was unter anderem daran liegt, dass die internationale Drogenmafia sich beharrlich weigert, ordentliche Bilanzen vorzulegen. Aber es gibt handfeste Erfahrungen und zahlenmäßig eindeutige und belegbare Hinweise.“
Um die Thematik Drogen am Arbeitsplatz dreht sich auch sein aktuelles Seminar „Dopen für den Job – ja, und?“.

Mit der Veranstaltung „Dopen für den Job – ja, und?“ greift der Arzt, Autor, Sozialpädagoge und Akupunkteur das Thema Doping im Büro auf und spricht damit in erster Linie Führungskräfte und Verantwortungsträger aus Wirtschaft, Dienstleistung, Kultur und Politik an, darüber hinaus freiberuflich Tätige wie  ärztliche Kollegen, Juristen und Journalisten. Der Suchtexperte geht in seinem Seminar auf die unterschiedlichen Substanzen ein, erläutert zudem praxisbezogen, worin Nutzen und Schadenpotenzial für Konsument, Unternehmen und Gesellschaft begründet sein können.

Das Seminar „Dopen für den Job – ja, und?“ umfasst rund drei Stunden und kann als Inhouse-Veranstaltung direkt beim Institut für Suchtmedizin gebucht werden. Anfragen richten Sie bitte per Email an info@suchtmedizin.de

Hintergrund: Das Aufputschen in deutschen Büros gehört schon längst zum Berufsalltag. Im vergangenen Jahr entstand durch die Arbeitsunfähigkeit von Suchtkranken ein Schaden von knapp drei Milliarden Euro. Nach dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung sind 1,5 Millionen Deutsche medikamentenabhängig; mehr als zwei Drittel davon Frauen. Hinzu kommen noch etwa 1,3 Millionen Alkoholabhängige.

<!–96628215–>

Suchtmediziner Strauß: Raus aus Substanzkonsum und Abhängigkeit

17 Mar

Raus aus dem Substanzkonsum und Abhängigkeit. Suchtmediziner Karsten Strauß.Karsten Strauß verhilft Menschen diskret vom Substanzkonsum und einer damit verbundenen Abhängigkeit loszukommen – ohne riskante Nebenwirkungen für Ansehen, Karriere und soziales Umfeld. Er arbeitet deutschlandweit, vor Ort. Strauß macht ausschließlich Hausbesuche. Seine Behandlungsmethode ist bislang einmalig in Deutschland.

„Die Behandlung setzt zu einem Teil auf die Akupunktur“, sagt der Mediziner (59) aus Barkelsby über seine diskrete Problembegleitung von Substanzkonsumenten. Nur engste Vertraute des Klienten wissen von der Behandlung durch Karsten Strauß. Der Klient kann so eine Entwöhnung oder Entzug neben seinem „normalen“ Leben unauffällig machen und hat keinerlei persönliche Nachteile für sich und seine berufliche Karriere.

Der Mediziner kennt sich mit Kokain, Alkohol und Medikamenten aus. Seit mehr als 35 Jahren arbeitet der Arzt und Sozialpädagoge in der Suchtmedizin. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Streetwork, Drogenknast, Suchtberatung und Prävention sowie in der Entzugsbehandlung. Karsten Strauß ist zudem Akupunkteur. Er verantwortet seit 1998 das Institut für Suchtmedizin Strauß & Partner.  Zu den Klienten zählen bei der Problembegleitung überwiegend Privatpersonen, im Bereich Prävention Unternehmen und ärztliche Kollegen.

Weitere Informationen unter www.karsten-strauss.info

Schwerpunktthema: Doping im Büro

14 Feb

Suchtexperte Karsten Strauß: “Es ist ein Trend zum maschinengleichen Funktionieren des Menschen feststellbar”

Der Arzt und Sozialpädagoge Karsten Strauß nahm im November 2008 an der Befragung der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) teil. Die Ergebnisse des Gesundheitsreports 2009 sind erschütternd: Demnach schlucken 800 000 Bundesbürger im Alltagskampf gegen Stress und Konflikte im Büro Pillen – und zwar regelmäßig. Knapp 20 Prozent akzeptieren laut derUmfrage  Stimmungsaufheller grundsätzlich gegen Probleme, für mehr Leistung und bessere Laune im Job. Das Suchtrisiko ist bekannt – doch kein Hinderungsgrund für rund zwei Millionen Menschen, ihre Leistung und Laune medikamentös zu dopen. Sie haben es zumindest schon einmal ausprobiert. MedPR fragt bei dem Suchtexperten Karsten Strauß nach den Gründen.

Bei Stress und Konfikten im Büro . . .© Ramona Heim - Fotolia.com

MedPR: 800 000 regelmäßige Konsumenten greifen zu Psycho- und Neuro-Pharmaka am Arbeitsplatz. Warum „dopen“ sich so viele Menschen?

Karsten Strauß: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Diesen Satz hat jeder verinnerlicht. Kein Unternehmen, egal welcher Art, kommt ohne eine Vision und ohne ein Leitbild aus: „Wir stellen bestmögliche Qualität sicher“ ist ein fast obligater Satz. Wenn man sich das genau überlegt: mehr geht eigentlich nicht als „bestmöglich“ und „sicher stellen“. Das bedeutet, dass jeder Mann und jede Frau zu jeder Zeit maximale und fehlerfreie Leistung zu erbringen hat. Und wir glauben diesen Blödsinn auch noch und finden ihn gut. Denn er ist inzwischen so etwas wie eine Lehrmeinung. Dummerweise gilt er nicht für Maschinen, da würde jeder sofort sagen: geht nicht, jede Maschine kann auch mal kaputt gehen. Nein, er gilt für Menschen. Weil man eigentlich kaum noch etwas anderes hört und am Arbeitsplatz das auch erlebt (im Namen der Qualität, versteht sich), kann es zur inneren Überzeugung werden. Also muss man sich darum kümmern, Leistung zu bringen, wenn sie gebracht werden muss und Ruhe zu finden, wenn Zeit dafür ist. Das richtet sich dann weder nach Tag-Nacht-Rhythmus, nicht nach dem biologischen Wechsel von An- und Entspannung, sondern nach vorgegebenen Takten der zu bewältigenden Aufgaben. Weil das nur zufällig mit den individuellen biologischen Gegebenheiten zusammen trifft, kommen manche Menschen auf die Idee, dem chemisch nachzuhelfen. Aus Überzeugung, Notwendigkeit, Verzweiflung oder einem Gemisch davon.

MedPR: Welche Substanzen spielen beim Doping am Arbeitsplatz eine Rolle?

Karsten Strauß: In der DAK-Untersuchung ging es um verschiedene rezeptpflichtige Pharmaka, die prinzipiell in zwei unterschiedliche Richtungen wirken: wach machende, Aufmerksamkeit und geistige Fitness steigernde einerseits und beruhigende, entstressende andererseits. Diese Substanzen werden normalerweise bei bestimmten Krankheiten verschrieben und haben sich dort oft auch bewährt. Weil Pharmaka aber nun einmal chemische Substanzen mit einem Wirkprofil sind, wirken sie auch ohne Indikation. Der eingenommenen Substanz ist es nämlich ziemlich egal, ob sie rezeptiert worden ist oder nicht: sie wirkt. Dafür ist sie gebaut. Leider nicht so genial wie körpereigene Stoffe, deshalb hat sie Nebenwirkungen.

MedPR: Ist dies nur ein momentaner Trend oder wird sich die Zahl in den nächsten Jahren nach Ihrer Meinung noch erhöhen?

Karsten Strauß: Ich vermute, dass die Pharmazeutische Industrie einige Anstrengungen unternehmen wird, die Nebenwirkungsrate der in Frage kommenden Substanzen zu verringern. Gelingt ihr dies und hält der mediale Trend zum billigenden Verständnis individueller Leistungsanpassungen an, kann ich mir vorstellen, dass der Konsum sich deutlich steigert. Wir dürfen auch nicht so tun, als gäbe es das nicht bereits. Wie wir kurz nach der Jahrtausendwende lernen konnten, durften beispielsweise amerikanische Kampfpiloten nicht fliegen, wenn sie keine so genannten leistungssteigernden Substanzen eingenommen hatten. Dass die gesellschaftlichen Normierungen sich ändern vermute ich eher nicht, jedenfalls nicht so schnell…

MedPR: Wie sollte man diesem Problem / Phänomen begegnen?

Karsten Strauß: Ich fürchte, wir haben’s schon verpennt. In unserer Gesellschaft ist ein Trend zum maschinengleichen Funktionieren des Menschen feststellbar, der Besorgnis auslösen kann. Kaum noch etwas, das nicht durch Vorschriften, Normierungen, Leitlinien und Regulierungen auf Linie gebracht werden soll; Gurken ja bekanntermaßen nicht ausgenommen. Immerhin konsequent: die ersten Pflegeroboter werden demnächst auch in Deutschland erprobt. Es leuchtet ein, dass das am besten unter einem chemischen Schutz erträglich ist. Vielleicht ist das aber auch gleichzeitig die Chance auf Veränderung: Je mehr konsumiert wird, desto öfter zeigen sich die Nebenwirkungen, die unerwünschten Wirkungen und sogar individuelle Katastrophen. Kann sein, dass das zum Nachdenken anregt…

. . . greifen laut DAK-Studie 800 000 Bundesbürger zu Pillen. © Tryfonov - Fotolia.com

MedPR: Wie beurteilen Sie die neue DAK-Studie?

Karsten Strauß: Die Studie hat mit dem Schwerpunktthema Doping am Arbeitsplatz wirklich gutes Material geliefert, um auf bestimmte Entwicklungen aufmerksam zu machen und dafür zu sensibilisieren. Sie bewertet den Trend nicht über, verniedlicht die Entwicklung aber auch nicht. Zwei Anmerkungen dennoch: als Zahlengrundlage würde ich mir nicht die von der GKV erstatteten Dosen der Medikamente wünschen, sondern schlicht die Absatzzahlen der Konzerne (weil das, was produziert wird, in aller Regel auch verkauft und konsumiert wird). Und zweitens: Die Studie hat sich auf einige wenige Trend-Substanzen beschränkt. Die Zahl von rund 800.000 Dauerkonsumenten und insgesamt rund zwei Millionen Gelegenheitskonsumenten ist natürlich beachtlich. Hinzu gerechnet werden müssen aber noch die Konsumenten und die abhängig Kranken, sei es von anderen Medikamenten, von Alkohol oder von illegalen Substanzen oder von allem gleichzeitig. Denn selbst dann, wenn diese Stoffe nur in der Freizeit konsumiert würden, hätten sie erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Und: der Konsum findet in jeder Hierarchieebene statt. Ich gebe zu, dass Untersuchungen hierzu nicht einfach wären.

Karsten Strauß ist Arzt und Sozialpädagoge, Suchttherapeut und Akupunkteur. 1998 gründete er das Institut für Suchtmedizin Strauß & Partner. Seine Schwerpunkte: Beratung, Teamentwicklung, Intervention, Suchtprävention, Supervision, Aus- und Weiterbildung,  Lehrtätigkeit  in  Suchtakupunktur für: Fachgesellschaft für Akupunktur, Naturheilkunde und Schmerztherapie, Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur, Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Colleg Akupunktur und Naturheilkunde (CAN).

Strauß & Partner betreut in der gesamten Bundesrepublik, im klinischen Bereich ebenso wie im Bereich soziale Dienstleister, Freiberufler ebenso wie international tätige Unternehmen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die ambulante vor-Ort-Betreuung von Persönlichkeiten mit Problemen im Bereich Substanzkonsum und Abhängigkeit. www.suchtmedizin.de

Der komplette Gesundheitsreport der DAK steht zum Download bereit. Hier geht’s zum Gesundheitsreport 2009

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 1,045 other followers